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Gleisabschluss, Prellbock 

Bremsprellbock mit vier Bremsorganen
Foto: Berlin-Grünau, 09/1998, dl
Bremsprellbock mit Pufferbohle für Seiten- und Mittelpuffer. Dieses Gleis im Bahnhof Hennigsdorf wird von Süden her von der S-Bahn und aus Richtung Norden von der Regionalbahn genutzt (siehe Bild vom 3.1.2006). Es ist deswegen jeweils mit einem Prellbock gesichert.
Foto: 9.8.1999, dl

Der Prellbock ist eine Form des Gleisabschlusses und soll verhindern, dass ein Schienenfahrzeug über das Ende eines Stumpfgleises oder eines gesperrten Gleises hinausrollt. Er ist nicht zum regelmäßigen Aufhalten von Fahrzeugen bestimmt, sondern dient dem Schutz von dahinter liegenden Anlagen bzw. dort befindlichen Personen vor Schäden durch rollende Fahrzeuge. Die Fahrzeuge haben am Standort des Gleissperrsignales anzuhalten.

    In der Regel werden Bremsprellböcke als Gleisabschluss verwendet. Sie sind auf dem Gleis verschiebbar angebracht und können durch die entstehenden Reibungskräfte Bremsarbeit an auflaufenden Fahrzeugen leisten. Ein Bremsprellbock besteht in der Regel aus zwei Stoßdreiecken, zwei Pufferklötzern, einem Kreuzverband, einer oberen und zwei unteren Querverbindungen, zwei Bremsschienen und, je nach erforderlicher Bremskraft, 4 bis 10 Bremsorganen sowie einer Rückholvorrichtung. Jedes Bremsorgan besteht aus einer Klemmlasche mit Bremsleiste, vier Klemmschrauben und einer Bremsfutterleiste. Das Bremsorgan umfasst zusammen mit der Bremsschiene den Kopf der Fahrschiene.

    Bremskraft und Bremsarbeit eines Bremsprellbockes können, wenn Bremsprellböcke ohne Zusatzbremsen für den Abbau der kinetischen Energie der Eisenbahnfahrzeuge nicht ausreichen, durch Zusatzbremsen vergrößert werden. Hierzu zählen z.B. zusätzliche Bremsorgane hinter dem Prellbock, die untereinander durch Gelenkbänder verbunden sind.

    Der Standort des Bremsprellbockes muss eindeutig gekennzeichnet werden. Dies erfolgt in der Regel durch einen gelben Merkpfahl in Höhe der Pufferebene oder durch eine witterungsbeständige farbliche Markierung am Gleis. Der Merkpfahl soll in Aufprallrichtung gesehen auf der rechten Seite des Bremsprellbocks in einem Abstand von 1,75 m von der Gleisachse stehen, außerdem soll er 0,50 m über Schwellenoberkante herausragen.

    Eine weitere Gleisabschluss-Bauart sind feste Gleisabschlüsse. Hierzu zählen Kopframpen und Festprellböcke. Letztere sind fest mit dem Gleis verbunden und können - ebenso wie Kopframpen - keine Bremsarbeit leisten. Beim Aufprall von Fahrzeugen, deren kinetische Energie größer als das Arbeitsvermögen der Puffer ist, entstehen am Gleisabschluss und an den Fahrzeugen Beschädigung oder gar Zerstörung. Festprellböcke werden aus den vorgenannten Gründen nicht mehr verwendet, sind jedoch noch vereinzelt anzutreffen.

    Gleisabschlüsse gibt es in vielen verschiedenen Bauarten und Varianten. Die einfachste Bauart besteht aus zwei gekreuzten Schwellen. Prellböcke werden aus Altschienen oder Eisenprofilen hergestellt, sind verschraubt, genietet oder geschweißt. Die Pufferbohle ist meist durchgehend, kann aber auch aus einzelnen Prallplatten bestehen.

Welches Formsignal gehört auf den Prellbock?

  • Endet eine Zugfahrstraße an einem Prellbock, so wird auf ihm das Signal Sh 2 (Schutzhalt) aufgestellt (siehe z.B. Wiesbaden).
  • Steht der Prellbock am Ende eines Nebengleises, so wird in der Regel das Signal Sh 0 (Halt! Fahrverbot) als Tafel aufgestellt (siehe z.B. Fürstenwalde).
    Im Bereich der ehemaligen DR kann die Sh 0-Tafel in Kopfbahnhöfen auch Hauptgleise abschließen.


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©  dybas Stand: 10/2015