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LL-Sohle 

Zeichen für die Verwendung einer LL-Sohle, hier der Bauart "IB116*/C952-1" des Herstellers ICER, am Facns 133, 6948 293.
Foto: Saarmund, 19.3.2015, dl

Die sogenannte Flüsterbremse für Güterwagen soll den Schienenlärm verringern. Als Weiterentwicklung der K-Sohle wird seit Ende 2010 die LL-Sohle (Low-Low-Bremssohle) getestet.

     Für einen Testbetrieb wurden die Bremsen von 30 Güterwagen unterschiedlicher Bauart mit Verbundstoff-Bremsklotzsohlen - der sogenannten LL-Sohle - ausgestattet und seit Dezember 2010 ist der als EuropeTrain bezeichnete Zug zu Testzwecken unterwegs. Über 200.000 Kilometer werden bis Anfang 2012 absolviert, überwacht von Ingenieuren und Technikern, die insbesondere prüfen, wie sich die LL-Sohle auf den Radverschleiß und damit auch auf das Fahrverhalten der Güterwagen auswirkt. Dabei wird der skandinavische Winter ebenso wie die Sommerhitze Italiens sowie topographische Bseonderheiten bei den Tests einbezogen. Unter Federführung des Eisenbahn-Weltverbandes UIC beteiligen sich knapp 30 europäische Bahnen und vier Partner aus der Industrie (Faiveley Transport, Knorr Bremse, ICER Brakes und Wabtec) an diesem Testprogramm, für dessen Umsetzung die DB Systemtechnik in Minden verantwortlich ist.

     Auch die LL-Sohle soll den Schienenlärm, wie die bereits 2003 zugelassene und bei Neubau-Güterwagen eingebaute K-Sohle, im Vergleich zu herkömmlichen Güterzügen deutlich senken. Beide Sohlen unterscheiden sich von herkömmlichen Bremsklötzen aus Grauguss dadurch, dass sie die Laufflächen der Räder nicht aufrauen und damit die Rollgeräusche um etwa 10 dB(A) reduzieren - was das menschliche Ohr als eine Halbierung des Lärms wahrnimmt. Die Umrüstung älterer Waggons auf K-Sohlen ist sehr aufwändig und teuer. In der LL-Sohle wird von der UIC eine wirtschaftliche Lösung gesehen, die europäische Bestandsflotte mit rund 600.000 Waggons kostengünstig umzurüsten.

     Mit dem EuropeTrain soll gezeigt werden, wie die neue Bremse genau beschaffen sein muss, damit sie anschließend eine europäische Zulassung erhalten kann. Die Lärmminderung des Schienengüterverkehrs ist nicht in nationalen Alleingängen möglich. Die meisten Waggons rollen über Grenzen hinweg und Messungen haben ergeben, dass eine spürbare Lärmminderung erst nach der Umrüstung von 80 bis 90 Prozent der Wagen eines Zuges auf "Flüsterbremsen" eintritt.

    Quelle:
  • Railways, Nr. 1 von 2011

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