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Hemmschuh, Radvorleger 

Diese drei Hemmschuhe entsprechen der DR-Bauart 2 für eine S-49-Schiene.
Foto: 2002, dl


Der Hemmschuh ist ein Rangiergerät aus Stahl und dient zum Abbremsen, Vorbremsen oder Festlegen von Wagen. Sie können aber auch bei für längere Zeit abgestellten Wagen, die über keine Feststellbremse verfügen, als Radvorleger zur Sicherung verwendet werden.

    Der Hemmschuh besteht aus der Sohle mit den seitlichen Führungsleisten und Spitze, dem Bock, der Kappe und dem Griff. Der Bock ist ein Gussteil und ist mit der Sohle verbunden; in der Regel vernietet. Die Kappe ist auf dem Bock, der Griff ist mit Bock und Sohle fest verbunden. Sohle und Kappe sind gefettet, um ein mäßiges Gleiten zu ermöglichen. Der Hemmschuh ist so aufzulegen, dass die Führungsleiste an der Schieneninnenkante anliegt. Ein abzubremsender Wagen läuft mit einem Rad auf den Hemmschuh auf, bis er an die Kappe stößt. Eine Bremsung des Radsatzes wird durch die Reibung zwischen Rad und Kappe, Rad und Sohle sowie Sohle und Schienenkopf erreicht. Bei Stillstand des Wagens läuft das Rad vom Hemmschuh herunter und er kann von der Schiene genommen werden.

    Auf Grund der verschiedenen Schienenkopfbreiten gibt es auch unterschiedliche Bauformen: Die Deutsche Bundesbahn wie auch die Deutsche Reichsbahn hatte jeweils drei verschiedene Bauformen im Einsatz, die auch noch zur Deutsche Bahn AG gelangten. Der gelbe Hemmschuh (Form 1) der DB wird bei UIC-Schienen eingesetzt. Der gelbe und mit einem blauen Griff versehene Hemmschuh (Form 2) wird für die Schienen S41, S49 und S54 verwendet. Die dritte Bauform ist ebenfalls gelb, jedoch mit einem rotem Griff und wird für alte preußische Schienen verwendet.
Bei der DR ist die Form 1 rot lackiert und für Gleise bestimmt, die eine kleinere Schienenkopfbreite als die S49-Schiene haben. Die Form 2 ist gelb lackiert und wird für S49-Schienen verwendet. Die Form 3 ist grün lackiert und passt auf S54- und UIC-Schienen.

    Neuere Hemmschuhe sind nicht mehr unbedingt farblich gekennzeichnet. Außerdem sind weitere Bauformen und Ausführungen hinzugekommen, wie z.B. Hemmschuhe mit Haftmagneten für Gleise im Gefälle, Hemmschuhe mit verstäktem Bock für besonders starke Beanspruchung oder einlaschige Hemmschuhe für Rillenschienen oder eingepflasterte Gleise, die eine seitlich montierte Feder für einen sicheren Stand auf der Schiene besitzen.

    Ein Radvorleger dient zur Sicherung bei für längere Zeit abgestellte Wagen, die über keine Feststellbremse verfügen. Der Radvorleger unterscheidet sich zum Hemmschuh durch eine längere Sohle sowie höhere und längere seitliche Führungsleisten.

    Der doppelte Radvorleger besteht im Prinzip aus zwei Radvorlegern, die miteinander verbunden sind, z.B. durch einen Rundeisenstab. Beim doppelten Radvorleger fehlen jedoch die äußeren Führungsleisten. Verwendet wird er zur Sicherung von Gleisabschlüssen und auf Gleisen, die auf Straßenniveau eingelassen, bzw. eingepflastert sind.


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