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Fahrzeughalterkennzeichnung (VKM) 
Fahrzeughalter des in Deutschland (D) registrierten Eas 073, 5420 502, ist die Deutsche Bahn AG (DB). 
Foto: 10.5.2007, dl

Seit 2004 wird an neuen Wagen oder bei Revisionen hinter dem alphanumerischen Ländercode, durch einen Bindestrich getrennt, ein Fahrzeughalterkennzeichen (VKM; internationale Abkürzung für Vehicle Keeper Marking) angeschrieben.

    Das Fahrzeughalterkennzeichen - oder auch Halterkurzzeichen genannt - darf nicht weniger als 2 und nicht mehr als 5 Buchstaben umfassen. Die Buchstaben müssen Großbuchstaben sein. Bei dieser Kennzeichnung handelt es sich ausdrücklich nur um den Fahrzeughalter und nur dann um den Eigentümer, wenn dieser auch der Halter ist (gilt für die meisten DB-Güterwagen des öffentlichen Verkehrs), was aber in der Regel nicht direkt erkennbar ist. Als Fahrzeughalter gilt derjenige, der das Fahrzeug bewirtschaftet, wie das z.B. bei nahezu allen "Privatwagen" der Einsteller ist. Die VKM lässt also keinen eindeutigen Hinweis auf den Eigentümer zu.

    Das Halterkurzzeichen muss an jedem Eisenbahnfahrzeug in der Nähe der Fahrzeugnummer angebracht werden. Die Fahrzeughalterkennzeichnung drückt aus, dass der Halter des Fahrzeugs im Fahrzeugregister eingetragen ist.

    Die Fahrzeughalterkennzeichnung ist die Darstellung des vollen Namens des Fahrzeughalters oder einer Abkürzung davon, wenn möglich in einer erkennbaren Ausführung. Dazu können alle 26 Buchstaben des lateinischen Alphabets verwendet werden. Die Buchstaben der Fahrzeughalterkennzeichnung müssen Großbuchstaben sein und können diakritische Zeichen enthalten.
Bei Fahrzeugen von Haltern in einem Land, in dem keine lateinischen Buchstaben benutzt werden, kann hinter der Fahrzeughalterkennzeichnung in landesüblicher Schrift eine Übersetzung mit lateinischen Buchstaben hinzugefügt werden - in diesem Fall durch einen Querstrich (/) getrennt.
Die Mitgliedstaaten können Ausnahmen für die Verwendung der Fahrzeughalterkennzeichnung beschließen, und zwar mit nachfolgenden Regelungen:
Wenn der Name und die Anschrift des Halters vollständig auf dem Fahrzeug angegeben sind, ist keine Fahrzeughalterkennzeichnung erforderlich bei

  • Fahrzeugen von Haltern, deren Fahrzeugpark so klein ist, dass keine Fahrzeughalterkennzeichnung-Vergabe dafür erforderlich ist,
  • Sonderfahrzeugen zur Instandhaltung der Infrastruktur.
    Für Lokomotiven, Triebzüge und nur im Inlandsverkehr eingesetzten Reisezugwagen wird keine Fahrzeughalterkennzeichnung benötigt, wenn
  • sie das Logo des Halters tragen und dieses Logo dieselben und deutlich erkennbaren Buchstaben wie die Fahrzeughalterkennzeichnung besitzt,
  • sie ein deutlich erkennbares Logo tragen, das von der zuständigen Landesbehörde als gleichwertig mit der Fahrzeughalterkennzeichnung anerkannt wurde (siehe zum Beispiel B-Cargo).

    Wenn ein Firmenlogo zusätzlich zu einer Fahrzeughalterkennzeichnung angebracht ist, hat nur die Fahrzeughalterkennzeichnung Gültigkeit, während das Logo unberücksichtigt bleibt.

    Einem Fahrzeughalter kann mehr als eine Fahrzeughalterkennzeichnung zugewiesen werden, wenn

  • der Fahrzeughalter einen formellen Namen in mehr als einer Sprache besitzt,
  • der Fahrzeughalter aus triftigen Gründen zwischen mehreren Fahrzeugparks in seiner Organisation unterscheidet.
    Eine einheitliche Fahrzeughalterkennzeichnung kann für eine Gruppe von Unternehmen vergeben werden,
  • die zu ein und derselben Unternehmensstruktur gehören, die ein und dieselbe Organisation innerhalb dieser Struktur festgelegt und beauftragt hat, um alle Punkte für alle Beteiligten gemeinsam zu behandeln,
  • die eine separate, einzige gesetzliche Einheit beauftragt hat, alle Punkte der Beteiligten gemeinsam für diese zu behandeln, in welchem Falle der Halter die gesetzliche Einheit ist.

    Ein Antrag für ein Fahrzeughalterkurzzeichen wird bei der zuständigen Landesbehörde des Antragstellers aufgenommen und an die zentrale Stelle ERA (European Railway Agency) weitergeleitet. Eine Fahrzeughalterkennzeichnung darf erst nach deren Veröffentlichung durch die zentrale Stelle verwendet werden. Die Fahrzeughalterkennzeichnung drückt aus, dass der Halter des Fahrzeugs im Fahrzeugregister eingetragen ist. Die VKM wird in allen von der "Technischen Spezifikationen Interoperabilität" (TSI) betroffenen Ländern und in allen Ländern, die eine Vereinbarung abgeschlossen haben, nach der das System der Fahrzeugnummerierung und der Fahrzeughalterkennzeichnung nach dieser TSI übernommen wird, nur einmal vergeben und ist damit eindeutig. Die Liste der Fahrzeughalterkennzeichen (Vehicle Keeper Marking Register) ist öffentlich.
Der Fahrzeughalterkennzeichnung-Inhaber muss der zuständigen Landesbehörde das Ende der Benutzung seiner Fahrzeughalterkennzeichnung mitteilen, wonach die zuständige Landesbehörde diese Information an die zentrale Stelle weitergibt. Daraufhin wird die Fahrzeughalterkennzeichnung zurückgenommen, sobald der Halter nachgewiesen hat, dass die Kennzeichnung an allen betreffenden Fahrzeugen geändert wurde. Sie wird 10 Jahre lang nicht wieder vergeben, außer an den früheren Halter oder auf dessen Antrag hin an einen anderen Halter. Eine Fahrzeughalterkennzeichnung kann auf einen anderen Halter übertragen werden, der damit gesetzlicher Nachfolger des bisherigen Halters wird. Eine Fahrzeughalterkennzeichnung bleibt auch gültig, wenn der Halter seinen Namen so verändert, dass er keine Ähnlichkeit mehr mit der Fahrzeughalterkennzeichnung hat.

    In der Anfangszeit gab es viele falsche Halterkurzzeichen, sowohl in den Einträgen in der Halterliste, als auch bei den zu beobachtenden Anschriften selbst, wie z.B. ATIR-RAIL oder PKP CARGO (jeweils mehr als 5 Zeichen).

Siehe auch
    Fahrzeugnummernsystematik und
    Anschriften an Güterwagen

    Quelle:
  • Europäische Assoziation für die Interoperabilität der Eisenbahnen (AEIF), Juli 2005


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